Revenue Architecture & GTM Engineering

Eine datengetriebene GTM-Maschine für ERP Novum

Wie wir für ERP Novum Buying Signals, Technologiedaten, Buying Center und systematischen Outbound zu einem skalierbaren Akquisesystem verbunden haben.

Die Aufgabe: Outbound systematisch aufbauen

Ende 2020 kam die ERP Novum GmbH aus Liederbach am Taunus mit einer konkreten Aufgabe auf uns zu: Die Neukundenakquise sollte systematisch über Outbound aufgebaut werden.

Das Produkt machte die Aufgabe anspruchsvoll. ERP-Systeme haben lange Sales Cycles. Gleichzeitig ist der adressierbare Markt begrenzt und ein grundsätzlich passendes Unternehmen nicht automatisch ein guter Lead. Entscheidend ist, Unternehmen möglichst dann zu identifizieren, wenn Technologie, Organisation oder Prozesse tatsächlich in Bewegung geraten.

Unsere Aufgabe war deshalb nicht, möglichst große Kontaktlisten zu produzieren. Wir mussten herausfinden, welche Unternehmen relevant waren, welche Signale auf einen konkreten Bedarf hindeuteten und wer innerhalb dieser Unternehmen Teil des Buying Centers war.

Aus Stellenanzeigen wurden Buying Signals

Ein zentraler Baustein war die Nutzung von Stellenanzeigen als Datenquelle.

Unternehmen verraten in ihren Recruiting-Aktivitäten viel über ihre technologische Infrastruktur. Gesuchte Kenntnisse, Systeme und Technologien ermöglichten Rückschlüsse darauf, welche Lösungen bereits eingesetzt wurden und wie die bestehende Systemlandschaft aussah.

Wir nutzten diese Informationen, um den Zielmarkt weiter zu qualifizieren. Dazu kamen weitere Unternehmens- und Veränderungssignale, etwa Branchenzugehörigkeit, Unternehmensstruktur sowie relevante organisatorische Veränderungen.

Aus einer klassischen Zielgruppenliste entstand damit ein signalbasiertes Account-Modell:

ICP → Unternehmensdaten → Technologie-Signale → Trigger Events → relevante Accounts

Statt jeden theoretisch passenden Account gleich zu behandeln, konnten Unternehmen anhand konkreter Signale priorisiert werden.

Das Buying Center statt nur einzelner Kontakte

Der nächste Schritt war die Identifikation der relevanten Personen innerhalb der priorisierten Unternehmen.

Bei einer komplexen ERP-Entscheidung gibt es selten nur einen Entscheider. Deshalb betrachteten wir nicht lediglich einzelne Jobtitel, sondern das Buying Center.

Für die relevanten Accounts wurden die beteiligten Rollen und Ansprechpartner identifiziert und mit dem jeweiligen Unternehmenskontext verbunden.

Damit entstand die nächste Ebene des Systems:

Account → Buying Signal → Buying Center → Ansprechpartner → relevante Ansprache

Die Kommunikation konnte dadurch spezifisch auf die Situation des jeweiligen Unternehmens und die Rolle des Empfängers ausgerichtet werden.

Von Daten zu einer operativen GTM-Maschine

Auf dieser Grundlage bauten wir die eigentliche Akquise-Infrastruktur.

Sie verband:

  • ICP- und Marktsegmentierung
  • Unternehmens- und Technologiedaten
  • Stellenanzeigen als Technologiesignal
  • Trigger-basierte Account-Priorisierung
  • Buying-Center-Mapping
  • Entscheider- und Kontaktdaten
  • LinkedIn- und E-Mail-basierte Akquise
  • personalisierten digitalen Outreach
  • strukturierte Follow-ups
  • Qualifizierung
  • strukturierten Handoff an den internen Vertrieb von ERP Novum

Das Entscheidende war die Verbindung dieser Komponenten. Es ging nicht um eine einzelne Cold-Email-Kampagne oder isoliertes LinkedIn Prospecting. Daten, Signale, Accounts, Personen, Outreach und Follow-ups wurden als zusammenhängendes GTM-System aufgebaut. Aus heutiger Perspektive würde man viele dieser Ansätze unter Begriffen wie Signal-based Selling, Intent Data, Buying-Center Mapping oder GTM Engineering einordnen. Wir bauten dieses System ab 2020 – lange bevor diese Begriffe zum Standardvokabular moderner GTM-Teams wurden.

Systematische Lead- und Interessentengewinnung

Nach dem Aufbau der Infrastruktur wurde das System operativ eingesetzt. Es erzeugte strukturiert qualifiziertes Interesse sowie Leads, MQLs und SQLs, die an den internen Vertrieb von ERP Novum übergeben wurden.

Dort begann die nächste Phase der Customer Journey. Discovery, Produkt- und Systemevaluation, Demos, Angebote, Verhandlung, Closing und ERP-Implementierung lagen bei ERP Novum und waren nicht Bestandteil unseres Mandats.

Unser Beitrag umfasste GTM-Struktur, ICP, Signal- und Trigger-Logik, Datenanalyse, Account Qualification, Buying-Center- und Entscheideridentifikation, Outreach und Follow-up sowie die Erzeugung und qualifizierte Übergabe von Leads, MQLs und SQLs.

Von Outbound zu GTM Engineering

Das Mandat lief vom 02.12.2020 bis zum 31.03.2022.

Was als Aufbau eines systematischen Outbound-Kanals begann, entwickelte sich zu einer datengetriebenen GTM-Infrastruktur:

Hiring- und Unternehmensdaten → Technologie- und Bedarfssignale → Account Qualification → Buying Center → Entscheider → LinkedIn- und E-Mail-Outreach → Follow-up → qualifiziertes Interesse → Handoff an ERP Novum

Genau darin liegt für uns heute die Relevanz des Projekts. Die verwendeten Tools verändern sich. Die zugrunde liegende Aufgabe bleibt dieselbe: kommerzielle Probleme analysieren und daraus Systeme bauen, die Daten, Prozesse, Technologie und Menschen miteinander verbinden.

ERP Novum wurde im Dezember 2024 von der enventa Group übernommen und 2025 mit der enventa technical trade solutions GmbH verschmolzen.

Projektübersicht

Kunde
ERP Novum GmbH
Branche
ERP / Software
Standort
Liederbach am Taunus, Deutschland
Mandatszeitraum
02.12.2020–31.03.2022
Aufgabe
Aufbau eines systematischen Outbound-/GTM-Systems
System
ICP + Hiring-/Unternehmensdaten + Technologie-/Bedarfssignale + Buying Center + LinkedIn/E-Mail + Follow-up
Ergebnis
Systematische Lead-/MQL-/SQL-Erzeugung und Übergabe qualifizierter Interessenten
Weiterer Vertriebsprozess
Interner Vertrieb von ERP Novum
Unternehmensentwicklung
Im Dezember 2024 von der enventa Group übernommen und 2025 verschmolzen

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Wenn ICP, Daten, Buying Signals, Buying Center und Outreach zu einer reproduzierbaren Akquise-Infrastruktur verbunden werden sollen, betrachten wir die Revenue Architecture als Ganzes.

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