Data-driven GTM & Seller Acquisition
Wenn der Markt leergekauft ist, muss man früher an den Verkäufer kommen
Wie wir für eine deutsche Immobilienkette aus öffentlichen Unternehmens- und Eigentümerdaten ein systematisches Akquise-System bauten – und innerhalb von sechs Monaten mehr als 150 Gespräche mit Immobilieneigentümern ermöglichten.
Die Ausgangslage: Der Markt war schnell – der Kunde zu spät
Der Kunde war eine deutsche Immobilienkette mit Fokus auf urbane Objekte.
Das Problem war nicht fehlende Nachfrage. Im Gegenteil.
Der Markt war stark umkämpft. Attraktive Immobilien wurden früh entdeckt, professionell bewertet und häufig schnell von Investoren gesichert. Wer erst reagierte, wenn ein Objekt öffentlich angeboten wurde, war oft schon zu spät.
Für unseren Kunden bedeutete das: Die klassischen Wege zur Objektakquise lieferten zu wenig Vorsprung.
Gesucht wurden deshalb nicht einfach mehr Immobilienangebote.
Gesucht wurde ein Weg, potenzielle Verkäufer früher zu erkennen – bevor aus einer latenten Verkaufsbereitschaft ein öffentliches Inserat wurde.
Die eigentliche Frage lautete:
Wie finden wir Eigentümer, bei denen ein Verkauf wahrscheinlich werden könnte, bevor der Markt davon erfährt?
Der Wendepunkt: Nicht nach Immobilien suchen, sondern nach Verkaufssituationen
Wir drehten die Logik um.
Statt ausschließlich nach verfügbaren Objekten zu suchen, analysierten wir Situationen, in denen ein Verkauf wahrscheinlicher werden konnte.
Ein besonders relevantes Segment waren ältere Unternehmer und Inhaber kleinerer, privat gehaltener Unternehmen in urbanen Lagen.
Viele dieser Unternehmer näherten sich dem Ruhestand. Mit dem Ende der operativen Tätigkeit stellte sich häufig nicht nur die Frage nach der Zukunft des Unternehmens, sondern auch nach gewerblich oder gemischt genutzten Immobilien im Umfeld des Betriebs.
Damit entstand ein anderer Blick auf den Markt:
Nicht:
Welche Immobilie steht zum Verkauf?
Sondern:
Bei welchem Eigentümer entsteht möglicherweise gerade eine Situation, in der ein Verkauf sinnvoll wird?
Aus Daten wurde ein Suchsystem für potenzielle Verkäufer
Um diese Situationen systematisch zu identifizieren, kombinierten wir verschiedene Datenpunkte.
Dazu gehörten unter anderem:
Das Ziel war nicht, möglichst viele Adressen zu erzeugen.
Wir wollten die Menge auf diejenigen Kontakte reduzieren, bei denen eine plausible Verkaufssituation bestand.
Aus einem breiten Immobilienmarkt entstand damit eine fokussierte Akquiselogik:
Unternehmensdaten → Eigentümerprofil → Lebensphase / Veränderungssignal → Objektkontext → potenzieller Verkäufer
Damit konnten wir Akquise deutlich früher ansetzen als bei einem klassischen Immobilieninserat.
- Handelsregister- und Unternehmensdaten
- Alter beziehungsweise Lebensphase relevanter Inhaber
- Rechtsform und Eigentümerstruktur
- Unternehmensart und Branchenmerkmale
- urbane Lage und Objektkontext
- weitere verfügbare Informationen zur Qualifizierung potenzieller Accounts
Die Ansprache musste persönlich wirken – obwohl sie systematisch erzeugt wurde
Der nächste Engpass war die Kommunikation.
Ein potenzieller Verkäufer, der seine Immobilie noch gar nicht aktiv am Markt anbietet, reagiert anders als jemand, der bereits mit Maklern und Investoren spricht.
Die Ansprache durfte deshalb nicht wie eine generische Massenkampagne wirken.
Wir bauten einen Prozess für personalisierte, automatisiert erzeugte Anschreiben auf, die den jeweiligen Kontext des Empfängers berücksichtigten.
Die physische Ansprache wurde anschließend durch telefonische Follow-ups ergänzt.
Dadurch entstand eine klare Sequenz:
relevanten Eigentümer identifizieren → Kontext verstehen → personalisierte Ansprache → Follow-up → Gespräch → mögliche Verkaufsbereitschaft qualifizieren
Der entscheidende Punkt war: Die Technologie sollte die Recherche und Personalisierung skalieren, ohne den Charakter eines individuellen Kontakts zu verlieren.
Nicht mehr auf Angebote warten
Vor dem Projekt war der Kunde stark davon abhängig, was im Markt sichtbar wurde.
Danach verfügte er über einen eigenen Mechanismus, um potenzielle Verkäufer proaktiv zu identifizieren und anzusprechen.
Vorher:
Objekt wird angeboten → Markt sieht es → zahlreiche Interessenten → Wettbewerb → Preis steigt
Danach:
Verkaufssituation erkennen → Eigentümer identifizieren → direkt ansprechen → Gespräch führen → potenzielle Transaktion prüfen
Damit verschob sich der Einstieg in die Customer Journey nach vorne.
Der Kunde konkurrierte nicht mehr ausschließlich dort, wo bereits jeder wusste, dass ein Objekt verfügbar war.
Er konnte Gespräche zu einem Zeitpunkt beginnen, an dem eine mögliche Transaktion noch gar nicht öffentlich im Markt angekommen war.
150+ Gespräche mit Eigentümern in sechs Monaten
Das System wurde operativ eingesetzt.
Innerhalb von sechs Monaten entstanden mehr als 150 Termine beziehungsweise qualifizierte Gespräche mit Immobilieneigentümern.
Aus einem Teil dieser Gespräche entwickelten sich konkrete Verhandlungen über Immobilien.
Der relevante Outcome war damit nicht eine große Menge abstrakter Leads.
Das System stellte direkten Zugang zu Menschen her, die über die gesuchten Assets tatsächlich entscheiden konnten.
Und genau dieser Zugang war im damaligen Markt der Engpass.
Die Akquise wurde damit von einem reaktiven Prozess zu einem eigenen Sourcing-System.
Die eigentliche Leistung: einen Informationsvorsprung bauen
Rückblickend war das Projekt weniger eine klassische Leadgen-Kampagne als eine Informations- und Akquisearchitektur.
Wir kombinierten Daten, Segmentierung, Hypothesen über Verkaufssituationen, personalisierte Kommunikation und telefonische Qualifizierung zu einem durchgängigen System.
Die Kernlogik war:
Nicht dort suchen, wo der Markt bereits hinschaut.
Sondern Daten nutzen, um früher zu erkennen, wo eine relevante Entscheidung entstehen könnte.
Für den Kunden bedeutete das einen eigenen Zugang zu potenziellen Verkäufern – unabhängig davon, ob deren Immobilien bereits öffentlich angeboten wurden.
Was von diesem Projekt geblieben ist
Der Case zeigt ein Muster, das weit über Immobilien hinausgeht.
In vielen Märkten ist der offensichtliche Lead bereits zu spät.
Sobald ein Bedarf, ein Projekt oder ein Asset öffentlich ausgeschrieben wird, steigt die Zahl der Wettbewerber schlagartig.
Der stärkere GTM-Ansatz besteht deshalb oft darin, die Signale zu finden, die vor dem offensichtlichen Ereignis liegen.
Beim Immobilienkunden waren das Unternehmensstruktur, Eigentümerprofil, Lebensphase und Objektkontext.
Aus diesen Signalen entstand ein systematischer Prozess:
Signal erkennen → potenziellen Verkäufer identifizieren → Kontext anreichern → personalisiert ansprechen → qualifizieren → Verhandlung ermöglichen
Der Kunde bekam damit nicht einfach mehr Kontakte.
Er bekam einen früheren Zugang zum Markt.
Projektübersicht
- Branche
- Immobilien / Property Acquisition
- Unternehmen
- deutsche Immobilienkette, anonymisiert
- Mandat
- 2022–2023
- Ausgangslage
- stark umkämpfter Verkäufermarkt; attraktive Objekte wurden häufig entdeckt, bevor sie über klassische Kanäle erreichbar waren
- Aufgabe
- potenzielle Verkäufer früher identifizieren und systematisch direkt ansprechen
- Signale
- Handelsregister-/Unternehmensdaten, Eigentümerprofil, Lebensphase, Unternehmensart, urbane Lage und Objektkontext
- System
- Data Research + Seller Segmentation + Personalised Direct Mail + Follow-up Calls + Qualification
- Ergebnis
- 150+ Termine beziehungsweise qualifizierte Gespräche mit Immobilieneigentümern innerhalb von sechs Monaten; daraus entstanden konkrete Verhandlungen
- Kernleistung
- Aufbau eines datenbasierten Seller-Acquisition-Systems, das den Marktzugang vor die öffentliche Vermarktung verlagerte
Müssen Sie relevante Entscheidungen früher erkennen?
Wenn offensichtliche Leads bereits umkämpft sind, kann eine datenbasierte Signal- und Akquisearchitektur den Zugang zum Markt nach vorne verlagern.
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